Ashtanga Yoga Mysore

Ablauf und Vorteile beim Unterrichten im Mysore-Stil:

Du praktizierst in deinem eigenen Atemrhythmus – und der Lehrer kann ganz individuell auf deine Bedürfnisse eingehen, Hilfestellungen geben, Fehlhaltungen korrigieren und dich optimal unterstützen. Während der 2 stündigen Übungszeit kannst du variabel „Kommen & Gehen“ spätestens jedoch 45 Min. vor Ende des Mysore.

Durch das selbständige Praktizieren der fließenden Sequenz von Yogapositionen, entsteht eine Meditation in Bewegung, die du in den Alltag integrieren kannst um eine tiefere Dimension des Yoga zu erfahren, Die Yogapraxis wird zum Spiegel des eigenen Verhaltens – nicht nur auf der Matte sondern auch im Alltag. Wir lernen mit Frustationserlebnissen oder Angstsituationen gelassener umzugehen, Freude und Hingabe intensiver zu genießen und finden dadurch Klarheit in der Yogapraxis und im Leben.

Der Mysore Stil ist eine besondere Art des Yogaunterrichts innerhalb der Tradition des Ashtanga Vinyasa Yoga, so wie es von Pattabhi Jois in der südindischen Stadt Mysore unterrichtet wurde.

Mysore zeichnet sich dadurch aus, dass im Übungsraum Stille herrscht, nur unterbrochen vom ruhigen Rauschen der Atmung, während der Übende sich seiner eigenen Praxis widmet, die genau dem eigenen Übungsstand in Kenntnis, Kraft, Ausdauer und Erfahrung entspricht.

Die Rolle des Lehrers besteht darin, die Yogaschüler aufmerksam und fein in ihrem Üben zu sehen und entsprechend den Erfordernissen des gegebenen Moments achtsam und individuell abgestimmt mit Korrekturen, Hilfestellungen (Adjustments) und Hinweisen zu unterstützen. Die Mysore-Praxis führt letztendlich die Übenden dahin, im Rhythmus und Fluss des eigenen Atems und Könnens zu tanzen. Die Asanas, die in einer bestimmten Reihenfolge erlernt werden, sind verbunden durch im Atem fließende Bewegungssequenzen (Vinyasas).

Mysore lehrt Unabhängigkeit im Entwickeln der eigenen Selbstpraxis. Der Erfahrung ausgesetzt, sich selbst überlassen zu sein, findet der Übende leichter seine eigene Praxis als in einer geführten Stunde, in der das Üben an die Ansagen des Lehrers gebunden ist.

Im Idealfall ist Mysore eine Selbstpraxis unter dem wachsamen Auge des Lehrers, der Hilfestellungen anbietet, wenn sie gebraucht werden, Korrekturen anweist, wenn dies nötig ist und das Voranschreiten unterstützt, wenn der Schüler bereit ist.

Auch komplette Yoganeulinge sind eingeladen und werden ausdrücklich ermutigt, an der Mysore-Praxis teilzunehmen. Sie ist der sicherste Weg und – neben Einzelstunden – die einzige Möglichkeit, von Anfang an individuelle Betreuung zu erhalten. In der engen Zusammenarbeit von Lehrer und Schüler entsteht eine sichere Grundlage von der ausgehend die weitere Selbstpraxis organisch wachsen kann. Man erhält eins-zu-eins die volle Aufmerksamkeit des Lehrers, der neue Positionen zeigt und eignet sich so die Positionen der ersten Serie im eigenen Tempo an. Auf diese Art wird man herausgefordert, aber nicht überfordert werden.

Im Mysore-System werden neue Positionen Schritt für Schritt jedem Übenden individuell erklärt und gezeigt. Es handelt sich dabei immer um die nächsten Positionen der jeweils gerade geübten Serie. Die Positionen einer Serie besitzen eine feste Abfolge und werden nur abgewandelt, wenn dies notwendig und angemessen ist. Wenn eine Position Schwierigkeiten bereitet, kann der Lehrer eine Modifikation anbieten, die für den jeweiligen Übenden diese Position bestmöglich ersetzt. So kann beispielsweise zum Ersetzen einer gleichermaßen hüft- und schulter-öffnenden Asana dem einen Yogaschüler eine hauptsächlich hüft- öffnende, einem anderen eine hauptsächlich schulter-öffnende Asana gezeigt werden.

Diese individuelle Arbeit mit den jeweiligen Positionen der Serie eröffnet den Spielraum, auf besondere körperliche Voraussetzungen und Befindlichkeiten in einem Ausmaß einzugehen, welches in einer geführten Stunde unmöglich ist. Auch eine geführte Stunde enthält Hinweise zum ggf. Rücken schonenden Ausführen von Asanas, ein spezielles Eingehen auf die persönlichen Rückenbeschwerden ist aber nur in einer Mysore möglich.

Ebenso sind Hinweise zur speziellen Art des eigenen Übens in der Mysore möglich, z.B. kann es notwendig und hilfreich sein, einem Übenden immer wieder darauf hinzuweisen, sich weniger anzustrengen und ihm zu zeigen, wie es möglich wird, die Position gleichzeitig kraftvoll und entspannt einzunehmen.

Wer allerdings die Abfolge nicht kennt, ist dennoch eingeladen, an der Mysore-Klasse teilzunehmen. Tatsächlich geht das Lernen dann ganz schnell. Wenn man die nächste Asana oder das korrekte Vinyasa nicht weiß, kann man einfach fragen. Dies ist besser als zu raten, sich diese zu Hause anzuschauen und die Reihe in Gedanken einzuüben. Das in die Mysore mitgebrachte Blatt liegt gut auf dem Fensterbrett, um dort während der Praxis vergessen zu werden. Die meisten sind erstaunt, wie schnell sie die Abfolge für sich erobern konnten und eine Praxis gewannen, die wirklich die eigene ist.

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